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Isabel Müller

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„Du kannst was!“

Hubert Gerlich, promovierter Historiker, ist einer von 19 Mentoren und Mentorinnen, die das Deutsche Rote Kreuz für das Schulprojekt „Fit für den Job“ gewinnen konnte. Der Übergang von der Schule in den Beruf gestaltet sich gerade für junge Migrantinnen und Migranten schwierig. „Die Eltern sind oft überfordert damit, die Kinder zu unterstützen“, sagt Projektleiterin Irina Loucatos. „Sie haben sprachliche Schwierigkeiten oder ihnen ist das deutsche Bildungssystem nicht vertraut.“

So war es auch bei Sedath. Der Zehntklässler und Sohn türkischer Eltern wusste nicht, wie es nach dem Realschulabschluss im Sommer weitergehen sollte. Er hätte gern eine Ausbildung im Bereich Abwassertechnik gemacht, aber sämtliche Bewerbungsfristen verpasst. Auch für die Alternative Berufskolleg hatte er die Anmeldefristen verpasst. „Oft geht es darum, einen konkreten Anschluss zu finden“, so die Erfahrung von Irina Loucatos. Hier kommen die Mentoren und Mentorinnen ins Spiel. Sie helfen ganz praktisch. Sie unterstützen beim Erstellen von Bewerbungen, bei der Recherche auf dem Arbeitsmarkt, sie können Türen öffnen und dabei helfen, eine Praktikums- oder Ausbildungsstelle zu finden.

Du kannst mehr Selbstbewusstsein zeigen

Das hat auch Hubert Gerlich, der Mentor von Sedath, getan. „Wir haben ein Profil erstellt, über Stärken und Schwächen gesprochen, nach Alternativen gesucht, Bewerbungsunterlagen vorbereitet und Bewerbungsgespräche geübt.“ Der Mentor hatte zwölf Firmen ausfindig gemacht, die noch offene Ausbildungsplätze haben. Er machte dem schüchternen Schüler Mut: „Sedath, du kannst was! Du kannst mehr Selbstbewusstsein zeigen.“ Mit Erfolg: Ab August mach er eine Ausbildung zum Mediengestalter.

Beide gewinnen

Etwa einmal in der Woche treffen sich die Mentoren mit ihren Mentees. Die Begleiter selbst kommen monatlich zusammen, tauschen sich aus, nutzen Fortbildungen, z.B. in interkultureller Kommunikation. Aus Sicht der Projektleiterin profitieren im Mentoring tatsächlich beide: „Für die Jugendlichen ist die Eins-zu-Eins-Betreuung ein absoluter Gewinn“, sagt sie, aber auch die Erwachsenen machen neue Erfahrungen, wenn sie die Spannungsfelder kennenlernen, in denen jugendliche Migranten sich zurechtfinden müssen.“ Hubert Gerlich war zum ersten Mal Mentor und weiß schon jetzt, dass er weitermachen will. „Das ist eine sehr schöne Erfahrung.“

Stimmen zum Projekt:

„Ob Sedath auch ohne das Mentoring einen Ausbildungsplatz gefunden hätte? Das kann ich nicht sagen. Sicher habe ich einen Anteil, aber er hat die Hilfe, die ich ihm angeboten habe, aktiv genutzt.“ (Hubert Gerlich, Mentor)