Münster-Gievenbeck. Edelgard Siegmund hockt neben ihrer Hündin Riwka. Konzentriert spricht sie mit dem Vierbeiner, bis der Befehl ertönt: „Such und hilf.“ Sofort spurtet die Hündin los, die Nase dicht über dem Boden. Schon kurze Zeit später ertönt lautes Gebell und die Hündin zeigt an, dass sie Anika und Lotta gefunden hat. Die beiden Mädchen haben sich versteckt, doch für die trainierte Hündin war der Einsatz einfach nur Routine.
Was sich anhört wie ein Katastropheneinsatz, passierte in Wirklichkeit im Garten der DRK-Kindertagesstätte Wolkenburg an der Lindenbreie. Dort machte die Rettungshundestaffel Station, um den Kindern den Umgang mit den Hunden näher zu bringen. „Das ist ein wichtiger Punkt, daher haben wir auch zunächst erklärt, wie man sich den Tieren am Besten nähert“, erklärte Hundestaffelleiterin Marion Dahlmann.
Zudem wollen die fünf Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen zeigen, dass das DRK noch mehr zu bieten hat als nur den Kindergarten. Daher haben sich die rund 35 Mädchen und Jungen zunächst in der Turnhalle versammelt, wo es einen kurzen Einführungskurs in die Hundepsyche gibt. „Man darf sich dem Hund nicht von hinten nähern, denn er könnte sich erschrecken“, erklärt Dahlmann.
Außerdem sei es wichtig, den Besitzer vor dem Streicheln zu fragen und dann die Hand auszustrecken, damit der Hund schnuppern kann. „Zudem darf man dem Hund nicht direkt in die Augen schauen – das ist ein Zeichen von Aggression“, so die Staffelleiterin.
„Der Besuch der Rettungshunde bei uns ist nur ein Teil der Vorbereitung auf die Schule“, erklärte Kindergartenleiterin Gisela Breuckmann. Die Kinder hätten schon die Polizei und die Feuerwehr besucht. „In der letzten Woche war auch ein Rettungswagen bei uns“, berichtete die Kindergartenleiterin.
Den Hunden ist die Aufklärungsarbeit jedoch sichtlich egal. Sie haben ihren Spaß mit den Kindern. Denn: Sie sollen nicht nur vermeintlich Verschüttete wieder finden, sondern werden auch von den Kindern zum Spielen animiert. „Und das ist sehr wichtig für die Hunde, denn auf dem Spiel baut die Ausbildung auf“, sagte Marion Dahlmann.
VON CLAUS RÖTTIG