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Ansprechpartnerin

Marion Dahlmann

Tel:  0251 - 37 88 18

Bericht über das Schnupperseminar (April 2007)

Am Samstagmorgen fanden sich 11 Interessierte mit ihren Hunden und unsere Staffelmitglieder im DRK Kreisverband in der Zumsandestr. ein. Nach einer Begrüßung durch unsere Staffelleiterin Marion gab es zunächst eine Vorstellungsrunde, in denen auch Erwartungen und Wünsche bezüglich des Seminars mitgeteilt werden konnten. Danach erklärte Marion die Strukturen des DRKs und die Einbindung der Rettungshundearbeit in die Organisation. Weiterhin klärte sie die Interessierten über Aufgaben und Ausbildung eines zukünftigen Rettungshundeteams auf. So gab sie Einblick in die Flächen-, Trümmersuche und das Mantrailing.

Neben der intensiven Arbeit mit dem Hund kommen für die HundeführerInnen aber auch noch Ausbildungselemente wie Ausbildung zum Sanitätshelfer/in, Kompass- und Kartenkunde, Einsatztaktik, Sprechfunk- Ausbildung und Unfallverhütung/ Sicherheit im Einsatz zum Tragen. Auch die Erste Hilfe am Hund ist fester Bestandteil der Ausbildung. Hier hatte Edi, unsere Tierärztin, ihr Stichwort .Sie gab in den nächsten Stunden den Interessierten die Möglichkeit, sich auch praktisch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Zunächst ging es darum, wie man sich beim Auffinden eines notfallbetroffenen Hundes zu verhalten hat. Was mache ich, wenn der Hund nach einem Unfall nicht ansprechbar ist, was muss ich tun, falls keine Atmung vorhanden ist??? Wie verläuft eigentlich eine Wiederbelebung beim Hund? Wo fühlt man Puls? Wie stille ich eine Blutung? Alle diese Fragen wurden an diesem Morgen beantwortet.

Natürlich sollte der praktische Teil nicht zu kurz kommen: Jeder konnte seinem Hund einen Verband anlegen, den Puls fühlen, den Hund in die Seitenlage bringen und , nicht ganz unwichtig; eine Maulschlinge anlegen. Darüber hinaus klärte Edi auch über Magendrehung, Hitzschlag und Vergiftungen auf. Diese Vielfalt an Informationen konnten alle in Form eines Handouts mit nach Hause nehmen. Dann ging es endlich raus, Treffpunkt war die Hohe Ward in Hiltrup. Zunächst hatte jeder die Gelegenheit mit seinem Hund spazieren zu gehen.


Den Nachmittag verbrachten wir dann recht „spielerisch“. Das Spiel zwischen Mensch und Hund hat eine wichtige Bedeutung in unserer Arbeit, da es als Belohnung eingesetzt wird. So wollten wir uns zunächst ansehen, wie die Hundebesitzer und mit ihren Hunden spielen.. Danach sollte eine, dem Hund fremde Person den spielerischen Kontakt zum Hund aufnehmen. Mit einer kurzen Abschlussrunde endete der erste Tag unseres Schnupperseminars.

 


Am Sonntagmorgen ging es zunächst mit einem theoretischen Teil weiter. Georg gab den Teilnehmern eine Einführung in das Thema Karte- Kompass, eine, wie schon erwähnt, sehr wichtige Ausbildungskomponente. Zunächst erklärte er das UTM (Universal Transverse Mercator)- Koordinatensystem. Aufgrund der Kugelgestalt der Erde sind die geographischen Koordinaten Kreislinien, die als Längenkreise (die auch Meridiane genannt werden) durch die beiden Pole, oder als Breitenkreise parallel zum Äquator verlaufen. Gezählt werden die Längen- und Breitenkreise in Winkelgraden. So manch einer fragte sich sicherlich, wozu man so etwas braucht. Doch nur wenn wir das Gradnetz und das Kartengitter verstehen, können wir eine Karte richtig lesen, bzw. anwenden. Zur genauen Festlegung eines Ortes auf der Karte ist ein Koordinatennetz mit zwei Koordinaten erforderlich. Anhand einer Karte konnte er eine Standortbestimmung den Teilnehmern auch praktisch zeigen. Weiterhin erklärte er den Aufbau und Funktion eines Kompass. Auch Erläuterungen zur Marschzahlbestimmung, (Marschzahl bezeichnet man den Winkel, der uns anzeigt, welche Richtung wir einschlagen müssen) kamen nicht zu kurz.

Sowohl Kompass als auch Karte sind in unserer Arbeit von Bedeutung. Ermöglichen sie uns doch unser Suchgebiet zu finden und unseren Standort im Gelände zu bestimmenJ. Meine Aufgabe war es, den Teilnehmern unsere Erwartungen an Mensch und Hund mitzuteilen. Welche Voraussetzungen müssen eigentlich gegeben sein, um Rettungshundearbeit auszuüben. Da wäre zunächst der Faktor Gesundheit bei Mensch und Hund. Wichtig ist die Zeit. Die Ausbildung dauert Jahre. Teamgeist, Geduld und Disziplin sind unabdingbar. Mobilität ist notwendig. Natürlich sollte nicht nur der Mensch Spaß an der Arbeit haben, sondern auch sein Hund sollte freudig seinen neuen Job annehmen. Er sollte eine gute Sozialisierung gegenüber Menschen und Artgenossen und Umweltsicherheit besitzen. Nachdem wir das Kapitel Voraussetzungen abgeschlossen hatten , erzählte ich einiges über den Aufbau eines Rettungshundeteams.

Doch theoretisch ist das immer so eine Sache. Mir war es lieber, intensiv in der Praxis, das heißt in den gezeigten Suchen dieses Thema aufzugreifen. Zum Abschluss war es mir allerdings sehr wichtig, den Teilnehmern, die Ernsthaftigkeit dieser Arbeit klar zu machen. Warum will man Rettungshundearbeit machen? Weil man Spaß hat? Weil man neue Leute kennen lernen kann? Weil man für sich und seinem Hund eine neue Beschäftigung oder vielleicht auch Herausforderung sucht? Weil es toll ist, einen Rettungshund zu führen, der eine Plakette trägt und man deshalb von anderen bewundert wird? Ja Rettungshundearbeit macht Spaß, man lernt neue Leute kennen, mit denen man auch außerhalb des Trainings Kontakt haben kann. Ja es ist eine tolle sinnvolle Beschäftigung für Hund und Mensch und sicherlich auch eine Herausforderung. Es ist toll, seinen Hund dabei zu beobachten, wie er durch den Wald fegt, oder einer Spur folgt, intensiv die Nase einsetzt und dann am Ende jemanden findet. Aber Rettungshundearbeit bedeutet auch, bei Hitze, Regen, Wind und Kälte stundenlang draußen zu sein, im Versteck zu liegen (auch bei Dunkelheit), lange Anfahrtswege zum Trainingsort auf sich zu nehmen, Wochenenden und viele Stunden in der Woche der Staffel und nicht der Familie zu widmen, regelmäßig zum Training zu kommen, eine Menge Theoriestunden über sich ergehen zu lassen, Sanitätsdienste abzuleisten, bei Einsatzfähigkeit Termine platzen zu lassen, weil man schnell zum Einsatzort muss, im Einsatz stundenlang zu suchen und doch niemanden finden und das ohne dafür eine Medaille, Geld zu bekommen. Das alles sollte man sich sehr, sehr gut überlegen, denn die Staffel steckt sehr viel Zeit und Energie und die Organisation viel Geld in die Ausbildung von Mensch und Hund. Das Ziel dieser Arbeit ist nicht Medaillen zu sammeln!

Danach ging es wieder...? Natürlich ins Gelände in die Hohe Ward. Hier erwartete die Teilnehmer ein kleiner Eignungstest. Jeder Teilnehmer musste sich dieser Aufgabe mit seinem Hund stellen und bewältigen. Der Test gab einen kleinen Einblick in die Belastbarkeit bei Mensch und Hund, Umweltsicherheit des Hundes und, ganz wichtig, die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Die Nervosität der TeilnehmerInnen stieg zudem durch ein anwesendes Fernsehteam des WDR. Sie waren an diesem Tag angereist, um Einblick in unsere Arbeit zu bekommen. Im Anschluss zeigten unsere Hunde Max, Jack, und Ben jeweils eine Flächensuche und Andra einen kurzen Trail. In Jacks Suche konnte wir auch das Freiverweisen vorstellen. Alle Teilnehmer konnten bei der Suche vom Ansatz bis zum Auffinden der Person mitlaufen und sich so ein Bild von dieser Arbeit machen. Bei den Kurzanzeigen war Zeit, die unterschiedlichen Anzeigeformen zu erklären.

In der Abschlussrunde beurteilten wir jedes Team. Ich war sowohl über die meisten Hunde, als auch über die Menschen sehr positiv überrascht. Waren hier schon zukünftige Rettungshundeteams entdeckt worden??? Zumindest zeigte sich mir eine Menge Potenzial. Äußerst angenehm war die Atmosphäre an den beiden Tagen. Die Teilnehmer zeigten starkes Interesse an der Arbeit, sie arbeiteten super mit und zeigten auch großes Interesse an den anderen Teilnehmern und ihren Hunde. Es entwickelte sich recht schnell eine Vertrautheit, sowohl unter den Teilnehmern als auch zwischen Teilnehmern und Staffelmitgliedern, die sich sicherlich auf eine zukünftige Zusammenarbeit positiv auswirken wird. 5 Mensch-Hunde Teams haben wir zu einem Probetraining eingeladen. Ein Team, mit Potenzial, steht in der Warteschleife, da muss sich die Beziehung erst entwickeln, da sich Hund und Mensch noch nicht so lange kennen.

Nun zwei Monate später sind die 5 Teams zu einem festen Bestandteil unserer Staffel geworden. Im Trainingsalltag integriert, arbeiten sie mit ihren Hunden oder stehen als Helfer zu Verfügung. Den Hunden macht die Arbeit Spaß und so langsam begreifen sie das „Spiel“. Ich hoffe beide, sowohl Mensch als auch Hund, erhalten sich ihre Begeisterung und ihren Arbeitseifer.

Christiane Wehner im Juli 2007

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