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Ansprechpartnerin

Anni Freund

Tel:  0251 - 37 88 18

Suchdienst und Familienzusammenführung

Die Geschichte
Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs waren Millionen Deutsche vermisst oder von ihren Familien getrennt. Für Menschen aus der Kriegs- und Nachkriegsgeneration war der Suchdienst gleichbedeutend mit dem Deutschen Roten Kreuz. Unschätzbar sind die Verdienste jener, die sich der Millionen Suchenden und Gesuchten annahmen. Diese Aufgabe war so gewaltig, dass der Suchdienst auch heute noch Fälle von Kriegvermissten zu klären hat. Weltweite Konflikte und Katastrophen führen dazu, dass immer mehr Deutsche oder in der Bundesrepublik Deutschland lebende Ausländer betroffen sind oder Angehörige vermissen. Der DRK-Suchdienst versucht, vermisste Personen weltweit zu finden und Vermisstenschicksale zu klären.

In Deutschland wird das Amtliche Auskunftsbüro vom DRK-Suchdienst betrieben. Aufgrund der Erfahrungen mit der Bewältigung der Suchdienstanliegen als Folge des Zweiten Weltkrieges hat die Bundesregierung bereits 1966 dem DRK den Auftrag zur Einrichtung des Amtlichen Auskunftsbüros erteilt. Bereits seit dieser Zeit stellt die Gemeinschaft Suchdienst in Münster das Personal für das Kreisauskunftsbüro.

Suchdienst und Katastrophenschutz
Seit ein paar Jahren arbeitet das Deutsche Rote Kreuz daran, den Suchdienst verstärkt in den Katastrophenschutz der Länder einzubinden. Das Team besteht aus 12 Mitarbeitern, die ehrenamtlich im Suchdienst engagiert sind. Der Suchdienst wird bei Katastrophen und Großschadensfällen alarmiert und eingesetzt. Dazu wird im Bedarfsfall eine Personenauskunftsstelle (PASS) eingerichtet, die Suchanfragen der Bevölkerung registriert und beantwortet. Insbesondere kritische Situationen, die im Münsterland bei andauerndem Stromausfall oder Wintereinbruch bereits in der Vergangenheit eingetreten sind, stellen mögliche Einsatzfälle für den Suchdienst dar. Die Helfer registrieren von der Krise betroffene Haushalte und Personen und stellen damit sicher, dass allen Betroffenen geholfen werden kann.

Übung erhalten die Ehrenamtlichen beim jährlich stattfindenden DRK-Landeswettbewerb sowie an den Karnevalstagen. Hier registrieren sie alle Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen. 

Suchdienst im Einsatz
Ein großer Einsatz der Gemeinschaft Suchdienst fand anlässlich der LoveParade 2010 statt. „Wir bekamen spätabends die Anfrage, ob wir Personal für die 2. Schicht der zentralen Personenauskunftsstelle bereitstellen könnten. Da nicht mit einer solchen Katastrophe gerechnet wurde, hatten die Verantwortlichen nur Personal für eine Schicht eingeplant“ berichtet der damalige Leiter Hans-Jürgen Bade. Daraufhin haben sich drei Ehrenamtliche aus Münster auf den Weg gemacht und stellten gemeinsam mit anderen Helfern bis in den frühen Morgen die telefonische Auskunft über den Unglücksfall sicher. Besorgte Familien und Freunde konnten sich bei einer Hotline über den Verbleib der ihnen bekannten Besucher der LoveParade erkundigen, sofern diese von den Helfern registriert wurden. Von 18 Uhr bis 08 Uhr wurden 500.000 Anrufe in der Hotline der PASS registriert, die zur Hochzeit von insgesamt 50 Mitarbeitern angenommen wurden.

Ausbildung und psychische Belastung

Die psychische Belastung der Helfer bei Einsätzen wie diesen ist hoch: Sie können den Anrufern oft keine Auskunft über die betreffende Person geben, falls diese von den Helfern nicht als unverletzt registriert wurde oder zur Gruppe der Schwerverletzten und Toten gehört. Im Einsatz für die LoveParade konnten jedoch 114 positive Auskünfte gegeben und den besorgten Anrufern damit die Angst um ihre Angehörigen genommen werden. Dies macht deutlich, dass die Helfer spezielle Schulungen durchlaufen müssen, um in kritischen Situationen angemessen reagieren zu können.

Doch es muss kein Katastrophenfall aufkommen, damit der Suchdienst aktiv wird. Die Betreuung vertriebener und unverletzter Personen ist eine wichtige Aufgabe der Hilfsorganisationen. So kümmerte sich der DRK-Suchdienst 1989 um Prager Botschafts-Flüchtige und 1999 um Kosovo-Flüchtlinge. Auch heutzutage und hierzulande ist die Gemeinschaft auf ehrenamtlich engagierte Helfer angewiesen, die innerhalb der DRK-Arbeit eine wichtige Aufgabe übernehmen möchten.

Die Suchdienstler treffen sich nicht nur zu vierteljährlichen Dienstabenden sondern auch zu Übungen und Ausflügen und heißen neue Mitstreiter herzlich willkommen.