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07. Oktober 09

Video zur Übung Rescue 2009 online



Hintergrund

Unter der Leitung des Polizeipräsidiums Münster übten am 26.9. Feuerwehr und Polizei Münster gemeinsam mit verschiedenen Hilfsorganisationen und Krankenhäusern, der Bundespolizei, der Deutschen Bahn AG, dem Landeskriminalamt NRW und dem Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste NRW die „Bewältigung einer größeren Schadenslage“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Auch der DRK-Kreisverband Münster beteiligte sich mit einer Einsatzeinheit an der Übung.

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Angenommen wurde ein Zugunglück mit bis zu 300 Verletzten und Betroffenen. Mehr als 2000 Kräfte der beteiligten Institutionen waren im Einsatz. Im geübten Szenario war vorgegeben, dass ein Regionalexpress kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Münster auf einen durch Unwetter auf die Schiene gestürzten Baum fährt, entgleist und gegen eine Straßenbrücke prallt, eine durchaus realistische Annahme. Mit diesem Schreckensszenario und ein wenig unterstützendem Feuer und Qualm hatte die Übung pünktlich um 10:06 Uhr begonnen.

Die Einsatzkräfte vor Ort waren zunächst damit befasst, sich einen Überblick über die gesamte Situation zu verschaffen. Danach galt es, die im Zug befindlichen Verletzten zu retten und medizinisch zu versorgen. Die Feuerwehr wurde bei den Rettungsarbeiten durch das technische Hilfswerk unterstützt. Gleichzeitig musste sich die Feuerwehr organisatorisch darauf vorbereiten, eine Vielzahl von angeforderten Hilfskräften an ausgesuchten Plätzen zu sammeln und sie dann koordiniert zum Schadensort zu ordern.

Diese logistische Großleistung glückte nach jetzigem Erkenntnisstand reibungslos, auch größere Verkehrsbehinderungen blieben aus. Während die „Toten“ geborgen und die „Verletzten“ gerettet wurden, kümmerte sich eine Vielzahl weiterer Kräfte darum, diese Verletzten weiterzubehandeln, namentlich zu erfassen und dann von dort abzutransportieren. Bei einem derartigen Schadensereignis ist es auch besonders wichtig, sich um die unverletzten Beteiligten zu kümmern und ihnen professionelle Hilfe von Notfallseelsorgern und Betreuungsteams anzubieten. Auch dies galt es heute zu üben.

Der Transport der Verletzten erfolgte anschließend unter realen Bedingungen, das heißt die Rettungswagen fuhren mit Blaulicht und Martinshorn zu drei vorgegebenen Krankenhäusern. Eine weitere logistische Sonderleistung bestand darin, die vielen Verletzten - nach der Schwere der Verletzungen mit entsprechender Priorität versehen - zu retten, wegzutragen, zu behandeln, zu transportieren und einem Krankenhaus zu übergeben. Und dazwischen mussten auch noch alle notwendigen Personaldaten der Betroffenen erfasst werden, vor allem um Anfragen Angehöriger beantworten zu können. Eine Übung dieser Dimension war bisher einzigartig im Bereich Münster.

Es wurden in dieser Gesamtübung mehrere unterschiedliche Aspekte verfolgt: Die Zusammenarbeit von Deutscher Bahn, Polizeien, Feuerwehren und den Hilfsorganisationen allein erforderte schon einen entsprechenden Übungsumfang. Es ging hier aber nicht nur um die tatsächliche Zusammenarbeit im Schadensfall. Planungsabläufe mussten hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit ebenso überprüft werden wie die elektronischen Systeme.

Benno Fritzen, Leiter der Feuerwehr Münster, äußerte sich sehr zufrieden mit der Übung: „Sechs unterschiedliche Organisationen des Katastrophenschutzes haben bei einem erheblichen Koordinierungsaufwand im Ergebnis reibungslos zusammengearbeitet. Wenn man darüber hinaus berücksichtigt, dass örtliche und überörtliche Kräfte, die so noch nie gemeinsam agieren müssten, dies mit Bravour und ohne jegliche Komplikation geleistet haben, kann man mit dem Ergebnis nur sehr zufrieden sein.“

Leitender Kriminaldirektor Ernst Träger, heute in der Funktion des Übungsleiters aktiv, resümierte: „Über 2.000 Teilnehmer haben heute engagiert zum Gelingen einer großen und lang vorbereiteten Übung beigetragen, die uns in vielen geplanten Abläufen bestätigt, aber auch wenige Schwachstellen aufgezeigt hat. Diese gilt es zu beseitigen. Das Übungsziel ist also erreicht und die gewünschte, aber im Ernstfall auch dringend nötige Zusammenarbeit unter Beweis gestellt. Und ich hatte den gesamten Tag über den Eindruck, dass gerade diese notwendige Zusammenarbeit der unterschiedlichen Kräfte im persönlichen Bereich sehr gut funktioniert hat. Zwischen Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsdiensten und den Krankenhäusern ging es einfach und unkompliziert Hand in Hand.“