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08. März 21

Wie läuft's eigentlich mit der Blutspende in Zeiten von Corona?

Blutspenden ist wichtig. Überlebenswichtig und unersetzbar. Daher kam ein Lockdown hier auch niemals in Betracht. Aber die Pandemie hat auch die Blutspende kräftig durchgewirbelt.

Im vergangenen Jahr waren ursprünglich 41 Termine, die der DRK-Kreisverband Münster mit seinen ehrenamtlichen Teams unterstützt, geplant. Davon haben 21 stattgefunden. 20 Termine mussten leider entfallen. Das lag zum großen Teil daran, dass besonders die Blutspenden in Berufsschulen und Unternehmen nicht stattfinden konnten, da sich die Mitarbeitenden bzw. Schüler*innen im HomeOffice bzw. HomeSchooling befanden. Dennoch gab es einige Konstanten, so freuten sich die ehrenamtlichen DRK-Teams in Albachten, Gremmendorf und Handorf darüber, dass sie ihre treuen Blutspender*innen zu allen geplanten Terminen einladen konnten. „Um die Ehrenamtlichen bestmöglich zu schützen, wurden die Teams auf drei Helfer*innen verkleinert, um mögliche Infektionsketten gering zu halten“, so Ehrenamtskoordinatorin Katharina Robbers. „Es ist toll zu sehen, dass unsere Ehrenamtlichen trotz aller Einschränkungen und vieler Terminabsagen sehr motiviert waren zu helfen. Dafür danke ich allen herzlich.“ Was währenddessen aus Infektionsschutzgründen zunächst pausieren musste, war die Einarbeitung von neuen Interessent*innen. „Wir werden das aber so bald wie möglich nachholen!“, so Robbers weiter.

Eine große Veränderung war die zwangsläufige Umstellung der Verpflegung auf zuvor abgepackte Lunchtüten (immerhin überwiegend in Bioqualität) und Getränkeflaschen. Kein frisch gebrühter Kaffee, kein gewohnter Service mit belegten Brötchen. Damit entfällt auch leider die Geselligkeit – so ist das wohl in einer Pandemie. „Es ist schade, dass wir die Blutspender*innen nicht mehr so wie sonst bedienen können, aber es ist schön zu sehen, wie viele trotzdem noch zur Spende gekommen sind.“, erzählt der ehrenamtliche Helfer Robert Große-Liesner. Und seine Mitstreiterin Johanna Moratz ergänzt: „Wie in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens gibt es auch hier notwendige Einschränkungen. Ich gehe selbst auch Blutspenden und mir persönlich fehlen dabei die Gelegenheiten mit dem Team und den anderen Spendern ins Gespräch zu kommen. Leider sind auch einige unserer Stammgäste im vergangenen Jahr nicht mehr gekommen, wobei wir den Grund dafür allerdings nicht kennen.“

Und noch etwas war neu im Corona-Jahr: Um Menschenansammlungen und Warteschlangen zu vermeiden, hat der Blutspendedienst ein Online-Terminreservierungssystem eingeführt. Mithilfe einer App oder per Telefon können sich Spender*innen für einen bestimmten Termin anmelden und müssen dann vor Ort nicht mehr warten. Um das zu koordinieren, war auch die Einführung einer neuen ehrenamtlichen Position erforderlich: Blutspendelots*innen sind nun für die Eingangskontrolle (inkl. Temperaturmessung) und die Koordination der Terminreservierungen verantwortlich. „Das neue Terminsystem hilft uns enorm dabei, die Wartezeiten für alle zu verkürzen. Und es scheint auch für Erstspender*innen attraktiv zu sein, von denen wir erfreulich viele haben.“, beschreibt Johanna Moratz.

Alle ziehen an einem Strang, um die Blutspende auch in diesen Zeiten zu ermöglichen: Ehrenamt, Hauptamt und natürlich die Spender*innen. „Unser Dank geht an jede einzelne Person, die weiterhin zu den Terminen kommt und ihr Blut spendet“, bekräftigt Katharina Robbers.

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