Direkt zum Inhalt springen 

Zurück zur Übersicht

04. Juni 21

Aktiv gegen alle Formen von Diskriminierung: Neue Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit nimmt Rassismus in Schul- und Arbeitskontexten in Münster in den Fokus

Im Auftrag des Landes NRW initiieren das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Caritas Münster eine Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit im Raum Münster. In enger Zusammenarbeit gilt es Menschen, die von Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, zu beraten, zu unterstützen und zu stärken. Münster ist einer von vielen neuen Standorten der Antidiskriminierungsstellen, die das Land nun flächendeckend fördern will. „Der Bedarf ist groß, Diskriminierung und Rassismus sind alltäglich – auch in Münster“, erklärt Sara Sanhit, DRK-Mitarbeiterin der Beratungsstelle.

„Der Name oder die Hautfarbe kann darüber entscheiden, ob eine Person zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird – trotz gleicher Qualifizierung. Und auch im Bewerbungsgespräch oder während der Arbeit hört Diskriminierung nicht auf, obwohl sie gesetzlich verboten ist“, beschreibt die Psychologin weiter. Die Servicestelle bietet nun einen Raum für genau diese Themen und möchte Sichtbarkeit schaffen.

„Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder weil sie ein Kopftuch tragen, keinen Job oder Ausbildungsplatz finden können oder bei gleicher Arbeit ungleichen Lohn erhalten, werden häufig alleine gelassen. In der Servicestelle möchten wir hier einen Beitrag leisten und gegen Ungerechtigkeiten vorgehen“, schildert Marie Brückmann, Caritas-Mitarbeiterin in der Beratungsstelle.

Das Angebot der Beratungsstelle richtet sich an alle Menschen, die Diskriminierung erleben – egal ob im Alltag, im Beruf oder in der Schule. Diskriminierung und Rassismus zu erkennen und zu benennen ist eine schwierige Aufgabe, mit der Betroffene nicht allein gelassen werden sollen. In einem gemeinsamen Gespräch lässt sich oft Klarheit gewinnen und Unterstützung finden. Dabei ist das Beratungsangebot unabhängig, kostenlos, anonym und vertraulich. Es bietet einen geschützten Rahmen, um Handlungsmacht zurückgewinnen und sich über weitere Schritte und Interventionen informieren zu können. So können z. B. Beschwerdebriefe aufgesetzt, Stellungnahmen eingefordert oder Mediationsgespräche begleitet werden. Dies erfordert auch Kraft und Mut von den Betroffenen, aber die Beraterinnen erhoffen sich dennoch, dass viele ihr Unterstützungsangebot annehmen. Nicht zuletzt auch, um Diskriminierung und Rassismus sichtbarer zu machen und dafür zu sensibilisieren.

Insbesondere Arbeitgeber:innen und Unternehmen werden dabei begleitet, qualifizierte Antidiskriminierungsarbeit zu leisten und ihre eigene Arbeit kritisch zu reflektieren. „Antidiskriminierungsarbeit ist eine sehr sensible Arbeit, die eine ständige Reflexion und auch die kritische Betrachtung der eigenen Positionierung erfordert, vor allem wenn ich selbst keine Rassismuserfahrungen mache“, fügt Brückmann hinzu. In der engen Zusammenarbeit zwischen DRK und Caritas wird daher besonders darauf geachtet, dass unterschiedliche Perspektiven in die Arbeit einfließen.

Hilfe- und Ratsuchende sowie Interessierte können die Beratungsstelle Antidiskriminierungsarbeit erreichen unter:

Marie Brückmann (Caritas), Tel. 0251 - 53 009 767, marie.brueckmann@caritas-ms.de

Sara Sanhit (DRK), Tel. 0151 - 503 70 980, sara.sanhit@drk-muenster.de

powered by webEdition CMS