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15. Juni 21

Kein Jahr wie jedes andere: Münsters Hilfsorganisationen ziehen gemeinsam Bilanz über 2020

Das Bündnis der vier Hilfsorganisationen, bestehend aus dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD), stellt erneut eine gemeinsame Jahresbilanz vor. Heute wurde sie offiziell an Oberbürgermeister Markus Lewe übergeben.

Corona war das alles dominierende Thema des Jahres 2020. Die Pandemie hat das Leben der Menschen bestimmt und das gesellschaftliche Leben heruntergefahren. Das Virus hat auch in Münster viele Menschen getroffen – ob durch eine Infektion oder durch wirtschaftliche und soziale Folgen. Doch das Coronavirus hat auch gezeigt, dass Münsters Hilfsorganisationen auch in Krisenzeiten zusammenstehen und die Bürger*innen sich jederzeit auf ihre Hilfe verlassen können.

Wer hätte am Jahresbeginn 2020 mit dieser Entwicklung gerechnet? Münsters Karneval wurde noch ausgelassen gefeiert, kurz darauf aber bereits das gesellschaftliche Leben durch den ersten und noch nie dagewesenen Lockdown komplett heruntergefahren. In den nächsten Monaten fielen Großveranstaltungen wie der Münster-Marathon, der Send, der Münsterland-Giro oder die Festivals am Haverkamp aus – und damit auch die dazugehörigen Sanitätsdienste durch ASB, DRK, Johanniter und Malteser. Die Ehrenamtlichen kamen kaum noch zum Einsatz. Ein gravierender Rückgang der Einsatzstunden von 68% wurde hier verzeichnet.

Doch auch die so lebenswichtige Erste Hilfe-Ausbildung war betroffen. Wurden im Jahr 2019 noch insgesamt 15.121 Menschen in Erster Hilfe ausgebildet, so waren es 2020 mit 8.274 ausgebildeten Ersthelfer*innen nur noch gut halb so viele. Damit diese Zahl überhaupt noch erreicht werden konnte, entwickelten die Hilfsorganisationen immer wieder neu angepasste Konzepte, damit Kurse auch unter Corona-Bedingungen stattfinden konnten.

955 Ehrenamtliche und 1.102 Hauptamtliche sind bei den vier Hilfsorganisationen tätig. Diese Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben, ebenso wie die 24.440 Fördermitglieder, welche die Arbeit von ASB, DRK, Johannitern und Maltesern in Münster unterstützen.

Auch wenn das Virus das vergangene Jahr geprägt hat – 2020 fand außerdem die größte Evakuierung der Stadtgeschichte statt. Rund 16.000 Menschen mussten am 20. September ihre Wohnungen bei der Evakuierung des Mauritz-Viertels verlassen. Notunterkünfte standen zur Verfügung und rund 1.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen aus Münster und dem Umland waren neben Feuerwehr und THW den ganzen Tag im Einsatz.

Unter besonderen Corona-Bedingungen startete auch am 1. April 2020 ein Meilenstein in der Geschichte der Hilfsorganisationen. Seitdem besetzen sie jeden Tag hauptamtlich zwei Rettungswagen und sind somit erstmals in den Regelrettungsdienst der Stadt eingebunden.

Alle vier Hilfsorganisationen freuen sich über neue Unterstützer*innen, die sich ehrenamtlich im Katastrophenschutz oder auch in anderen Bereichen einbringen möchten. Jetzt, da die Pandemie wieder mehr persönliche Begegnungen zulässt, ist der Einstieg in dieses spannende Ehrenamt wieder gut möglich.

Die komplette Jahresbilanz gibt es hier: www.buendnisms.de/zahlen-fakten 

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