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26. August 21

Münsteraner half beim Aufbau einer Kläranlage im Hochwassergebiet

Benedikt Orlob vom DRK Münster (Foto: Sabrina Bagus/DRK)

Benedikt Orlob vom DRK Münster (Foto: Sabrina Bagus/DRK)

Die Hilfe für die betroffenen Menschen in der Hochwasser-Region ist vielfältig. Benedikt Orlob vom DRK Münster ist gerade von einem Einsatz in Mayschoß, Rheinland-Pfalz, zurückgekehrt. Der Ehrenamtliche hat dort als Spezialist bei der Errichtung einer temporären Kläranlage mitgeholfen. Der Einsatz begann am 4. August und binnen weniger Tage hatte das fachkundige Team, bestehend aus rund 20 DRK-Ehrenamtlichen aus dem gesamten Bundesgebiet, die Anlage fertig gebaut und das zugehörige Labor eingerichtet. „Jetzt muss das temporäre Klärwerk nur noch an den städtischen Kanal angeschlossen werden, damit es in Betrieb gehen kann. Vermutlich wird es am Freitag soweit sein“, hofft Orlob.

Der 29-jährige arbeitet – abgesehen von seinen ehrenamtlichen Einsätzen mit dem Roten Kreuz – als Teamkoordinator in der Umweltanalytik bei der Wessling GmbH in Altenberge, einem Unternehmen für Laboranalytik und Ingenieursdienstleistungen.

Als Laborspezialist war Orlob im Rahmen einer Emergency Response Unit (ERU) bereits zuvor auf internationalen Missionen des DRK im Bereich Water, Sanitation and Hygiene (WASH) tätig. Dass nun ein solches Modul aus der internationalen Nothilfe wie diese Kläranlage innerhalb Deutschlands eingesetzt wird, hätten wohl nur wenige jemals geahnt.

Die Kläranlage soll in den kommenden zwei Jahren die Abwasseraufbereitung für die Gemeinde Mayschoß sichern. Durch die Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli sind viele Klärwerke im Ahrtal komplett zerstört und der Großteil des Abwassers fließt aktuell ungeklärt in die Ahr. „Um die lange Zeit des Wiederaufbaus der Infrastruktur zu überbrücken, haben wir nun diese temporäre Kläranlage aufgebaut“, erklärt Benedikt Orlob, „dadurch mindern wir die Gefahr einer Ausbreitung von Krankheiten und Umweltschäden.“

Neben aller Professionalität geht dem Rotkreuzler, der am Niederrhein aufgewachsen ist, die Situation der Menschen vor Ort sehr nahe: „Es ist beklemmend, sich mit den Leuten zu unterhalten. Viele fragen sich, ob sie überhaupt jemals in ihre Häuser zurückkehren können und ob es vielleicht erneut eine solche bedrohliche Überflutung geben könnte“, berichtet Orlob.

Basierend auf seinen Erfahrungen aus einer Auslandsmission in Bangladesch, wo er mit dem Roten Kreuz bereits ein Feldlabor zur Untersuchung von Kläranlagen im größten Flüchtlingslager der Welt aufgebaut und betrieben hatte, wird Orlob bald erneut nach Mayschoß fahren, um das Labor zu ergänzen und Mitarbeitende vor Ort in den Betrieb einzuweisen.

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