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20. August 21

Katastrophenschutz konkret: Münsteraner Rotkreuzler half im Hochwassergebiet

Der Münsteraner Marc Niestert mit Warmhaltebehältern aus der Verpflegungsausgabe

Der Münsteraner Marc Niestert mit Warmhaltebehältern aus der Verpflegungsausgabe

Als an einem Dienstagvormittag die Abfrage zur Einsatzbereitschaft im Hochwassergebiet von Rheinland-Pfalz kam, hätte Marc Niestert noch nicht gedacht, dass er sich weniger als 24 Stunden später bereits am Einsatzort in Bad Neuenahr-Ahrweiler befinden würde. Als entsprechend ausgebildeter ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz des DRK Münster hatte Marc Niestert sich für den mehrtägigen Einsatz gemeldet.

Seit Anfang August verpflegen über 70 wechselnde DRK-Einsatzkräfte hilfebedürftige Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zu diesem Zweck hat das Deutsche Rote Kreuz einen sogenannten Verpflegungsplatz aufgebaut, über den bis zu 10.000 Personen täglich versorgt werden können. Die Menschen erhalten mittags eine warme Mahlzeit sowie ein Lunchpaket für das Abendessen und das Frühstück am nächsten Tag.

Aber zurück zu Marc Niestert. Abends um 21:30 Uhr war dann klar, dass der 24-jährige Lehramtsstudent direkt am nächsten Morgen in den Einsatz gehen würde. Nun musste alles sehr schnell gehen. Um 5 Uhr rückte Niestert mit einem Betreuungswagen aus, um pünktlich bei der Einsatzvorbesprechung in der Nähe von Ahrweiler einzutreffen. Hier wurden ihm die Aufgaben und ein Team für die nächsten Tage zugewiesen: gemeinsam mit Rotkreuz-Kamerad*innen aus Ostbevern und Hohenlimburg war er dafür zuständig, Lebensmittel aus Bonn nach Ahrweiler zu transportieren und an die Bevölkerung auszugeben. Nicht minder wichtig war es, immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Betroffenen und Helfer*innen zu haben.

Einsatz des DRK bei der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz: Verpflegungszentrum für 10.000 Personen auf dem Gelände der Firma Haribo in Grafschaft im Landkreis Ahrweiler. Helfer beim Transport von Warmhaltebehältern für das gekochte Essen, das an einzelne Verpflegungsstationen weitergegeben wird. (Foto: Köhler/DRK)

Untergebracht waren die Rotkreuzler*innen in einer Jugendherberge in Bonn. Der abendliche Austausch war auch wichtig, um das Einsatzgeschehen zu verarbeiten: „Die Bilder werden wir nicht so schnell vergessen. In den Nachrichtensendungen wird es passend auf den Punkt gebracht: es sieht aus wie im Krieg, nur eben ohne Krieg. Einzige Ausnahme aus der tristen, von braunem Schlamm geprägten Szenerie waren die umherlaufenden Helfer*innen, die überall mit anpackten, wo es etwas zu tun gab“, so Niestert.

Auch wenn einige bedrückende Bilder bleiben, wird sich der begeisterte Katastrophenschützer an schöne Dinge erinnern: zum einen an die Dankbarkeit in der Bevölkerung, zum anderen an den Zusammenhalt zwischen den Helfer*innen: „In solchen Einsatzsituationen entsteht ein ganz neues Gefühl von Kameradschaft. Fremde Personen wachsen nach kürzester Zeit zusammen, denn man muss sich ja aufeinander verlassen können. Da kommt ein Rotkreuzgefühl auf: alle haben das gleiche Ziel und alle, die helfen, sind willkommen!“.

Nach drei langen Einsatztagen zurück in Münster, leitete Niestert gleich am nächsten Morgen eine schon lange vorher geplante Ausbildung „Betreuungsdienst“ für neue Helfer*innen an. Es sei wichtig, in den Einsatz zu gehen, aber noch wichtiger, weitere Helfer*innen auszubilden, die im nächsten Einsatz unterstützen können. Denn an Einsätzen wird es seiner Einschätzung nach nicht mangeln: „Ob Hochwasserlagen oder Brände, die Häufigkeit von mehrtägigen Einsätzen mit hohem Aufwand und großem Schadensgebiet wird wohl zunehmen.“

 

 

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