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Leistungsbereiche der Ärztlichen Kinderschutzambulanz

Die folgenden Leistungen gewähren wir nach dem Sozialgesetzbuch, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII):

Erstabklärung des evtl. Diagnostik-, Beratungs- und Therapiebedarfs

für Kinder, Jugendliche und Familien, die von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung betroffen sind (SGB VIII § 16)

Klienten / Auftraggeber:

  • Kinder und Jugendliche, die von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung betroffen / bedroht sind, ihre Sorgeberechtigten und Erziehenden sowie Fachpersonal der Jugendhilfe, Medizin, Psychotherapie und Justiz.

Ziele:

  • Erstabklärung und ggf. Empfehlung weiterer diagnostischer / therapeutischer Maßnahmen
  • Erste Evaluation von Verdachtsmomenten in Verdachtsfällen von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung, Kindesvernachlässigung

Arbeitsformen:

  • Einzel- und Familiengespräche
  • Vorgespräche mit bisher beteiligten Fachpersonen, -institutionen
  • Sichtung und Würdigung von Vorbefunden
  • Fachgespräche, Hilfeplangespräche

für Kinder, Jugendliche und Familien, die von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung betroffen sind (SGB VIII § 27 in Verbindung mit § 36)

Klienten:

  • Kinder und Jugendliche, die von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung betroffen oder bedroht sind sowie ihre Eltern und Erziehenden.

Ziele:

  • Verdachtsabklärung und Evaluation in Verdachtsfällen von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung, Kindesvernach-lässigung
  • diagnostische Abklärung von Befindlichkeit, Ressourcen und Hilfebedarf des Kindes/Jugendlichen und des Bezugssystems
  • Beratung und therapeutische Hilfe entsprechend den Ergebnissen der Diagnostik zur Bewältigung der u. U. traumatisierenden Misshandlungs- und Vernachlässigungserfahrungen
  • Bei Trennung des Kindes/Jugendlichen von der Ursprungsfamilie: Klärung der Beziehungen und Bindungen zur Herkunftsfamilie, langfristig: Psychische Stabilisierung des Kindes und der Familie

Voraussetzungen von Klienten, die das Angebot in Anspruch nehmen wollen:

  • Kinder und Jugendliche, die zur Diagnostik und längerfristiger Beratung/Therapie in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz vorgestellt werden, müssen von einer erwachsenen Bezugsperson (Eltern/ Erziehender) begleitet werden.
  • Eltern und Erziehende müssen zur Mitarbeit bereit sein. Die Form dieser Mitarbeit wird im diagnostischen/ therapeutischen Prozess mit den Familien ausgehandelt. Eine entsprechende schriftliche Vereinbarung muss unterzeichnet werden.
  • Zeigen sich Eltern/Erziehende trotz entsprechender Gespräche nicht zur Mitarbeit bereit und/oder in der Lage, kann das Angebot der Ärztlichen Kinderschutzambulanz nicht greifen. In diesem Fall sind gemeinsam mit der Familie und ggf. dem KSD andere, angemessene Hilfen zu überlegen.

Arbeitsformen:

  • Einzel- und Familiendiagnostik (alle gängigen psychodiagnostischen Verfahren), besonders in den Bereichen:
    • klinische Diagnostik
    • Persönlichkeitsdiagnostik
    • Intelligenz/Leistungsdiagnostik
  • kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik und Beurteilung
  • Einzeltherapie
  • Familientherapie
  • Psychoedukative Gruppenarbeit mit Kindern und Eltern für sexuell misshandelte Kinder und Jugendliche
  • Fachgespräche
  • Hilfeplangespräche

für sexuell misshandelnde Kinder und Jugendliche und ihre Familien (SGB VIII § 27 in Verbindung mit § 36)

Klienten:

  • Kinder und Jugendliche, die andere Kinder sexuell misshandelt haben und deren Familien bzw. Erziehende.

Ziele:

  • Psychologische, ggf. kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik unter besonderer Berücksichtigung der sexuellen Auffälligkeiten und ihres Stellenwertes in der biographischen Entwicklung des Kindes/Jugendlichen
  • Einschätzung möglicher Rückfallgefährdung, Risikobeurteilung
  • Entwicklung eines Behandlungssettings und -planes, gemeinsam mit dem Kind/Jugendlichen, den Eltern/Erziehenden, dem Gericht und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, ggf. Überweisung in eine stationäre medizinische Einrichtung oder Stellungnahme zur evtl. Unterbringung in einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe
  • Thematisierung und Bearbeitung der den sexuellen Auffälligkeiten zugrunde liegenden Konflikte des Kindes/Jugendlichen, gemeinsam mit seinen Eltern/Versorgern
  • Entwicklung alternativer Verhaltensstrategien mit dem Kind/Jugendlichen
  • Entwicklung erzieherischer Handlungsstrategien mit den Eltern/Erziehenden
  • Bearbeitung der Konsequenzen der sexuellen Übergriffe im sozialen Umfeld des Kindes/Jugendlichen (Schule, Freizeit, etc.)
  • langfristig: möglichst Verhinderung weiterer sexueller Übergriffe (beziehungsweise Straftaten) durch den Jugendlichen und seine psychische Stabilisierung

Voraussetzungen für Klienten:

  • Kinder- und Jugendliche, die andere Kinder sexuell misshandelt haben und in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz zur Diagnostik/ Beratung/Therapie vorgestellt werden, müssen von einer erwachsenen Bezugsperson (Eltern/Erziehenden) begleitet werden. Eltern/Erziehende müssen zur Mitarbeit am diagnostischen/therapeutischen Prozess bereit sein. Dazu gehört auch – gegebenenfalls nach entsprechenden Vorgesprächen in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz – die Bereitschaft der Eltern/Erziehenden mit dem KSD zusammen zu arbeiten – und die dem Kind/Jugendlichen zur Last gelegten sexuellen Übergriffe dem KSD gegenüber zu öffnen. Im Fall von strafmündigen, rechtskräftig verurteilten Jugendlichen versteht sich die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Jugendgerichtshilfe, Eltern/Erziehenden und Ärztlicher Kinderschutzambulanz von selbst. Eine entsprechende schriftliche Vereinbarung muss unterzeichnet werden.

Arbeitsformen:

  • psychologische Einzel- und Familiendiagnostik (alle gängigen Verfahren), vorwiegend in den Bereichen:
    • klinische Diagnostik
    • Persönlichkeitsdiagnostik
    • Intelligenz und Leistungsdiagnostik
  • spezifische Diagnostik der sexuellen Auffälligkeiten
  • bei Bedarf kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik und Beurteilung
  • Einzeltherapie
  • Familientherapie
  • Gruppentherapie
  • Fachgespräche
  • Hilfeplangespräche

Fachberatung

Einzelfallbezogene Beratung von Fachkräften und Institutionen der Jugendhilfe und anderen Professionellen in Fällen von sexueller und/oder körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung (SGB VIII §§ 8a / 8b / 14)

Klienten:

  • Einzelpersonen oder Institutionen, die als Professionelle mit Fällen von sexueller Kindesmisshandlung, körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung konfrontiert sind.

Ziele:

  • Einschätzung und Beurteilung von Verdachtsmomenten
  • Beratung, Information zu allen Formen von Kindesmisshandlung, Symptomen, Ursachen, spezifischen Erfordernissen im Umgang mit der Thematik
  • Planung weiterer Interventionen
  • Klärung von Konflikten im professionellen Netz
  • Unterstützung der Professionellen bei der Vor- und Nachbereitung von Interventionsschritten

 

Arbeitsformen:

  • Ein- oder mehrmalige Einzel- oder Teamberatung
  • Fallkonferenzen
  • Kontinuierliche fallbezogene Einzel- oder Teamsupervision

Fallübergreifende themenbezogene Fachberatung und Fortbildung für Professionelle der Jugendhilfe und anderen in Fällen von sexueller und/oder körperlicher Kindesmisshandlung und/oder Kindesvernachlässigung (SGB VIII §§ 14 / 16)

Fallübergreifende Fachberatung und Fortbildung für Mitarbeiter der Jugendhilfe und anderer Berufsgruppen zur Prävention und Intervention zu allen Formen von Kindeswohlgefährdung, -misshandlung und Vernachlässigung und zur Arbeit sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen.

Klienten:

  • Mitarbeiter der Jugendhilfe und anderer Berufsgruppen

Ziele:

  • Verbesserung des Kenntnisstandes zur Entstehung, Symptomatik und Interventionsmöglichkeiten bei allen Formen von Kindeswohlgefährdung, -misshandlung und –vernachlässigung sowie der diagnostischen und therapeutischen Arbeit mit sexuell misshandelnden Kindern und Jugendlichen

Arbeitsformen:

  • Vorträge
  • Seminare, Workshops
  • Teamberatungen, Einzelberatungen
  • Kontinuierliche themenbezogene Einzel- oder Teamsupervision
  • Publikationen


Weiterführende Informationen:

Arbeits- und Orientierungshilfe zum Thema „Kindliche Sexualität, sexuelle Entwicklung und auffälliges Verhalten“
(17 Seiten, PDF-Download)

Arbeits- und Orientierungshilfe zum Thema „Jugendliche Sexualität und sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen“
(17 Seiten, PDF-Download)

Vernetzung

Mitarbeit in Arbeitskreisen und Fachgremien, Öffentlichkeitsarbeit zum Thema sexuelle Kindesmisshandlung, körperliche Kindesmisshandlung, Kindesvernachlässigung (SGB VIII §§ 78 / 80)

Mitarbeit in Arbeitskreisen, Fachgremien

Teilnehmer:

  • Fachkräfte aus Institutionen der Stadt Münster und/oder der Region, die mit dem Thema Kindeswohlgefährdung, -misshandlung und –vernachlässigung befasst sind (Schulen, Kindergärten, Jugendhilfeeinrichtungen, Ärzte, Ämter für Kinder, Jugendliche und Familien, Polizei, Justiz)

Ziele:

  • Vernetzung mit anderen Einrichtungen in der Stadt Münster und im weiteren Umkreis
  • Information über die Arbeitsweise der Ärztlichen Kinderschutzambulanz und Austausch mit anderen Fachstellen
  • Austausch von Fachkenntnissen zu allen Bereichen des Themas Kindeswohlgefährdung, -misshandlung und –vernachlässigung in allen Formen
  • Mitgestaltung institutionsübergreifender Konzeptionen zum Umgang mit der Thematik Kindeswohlgefährdung, -misshandlung und –vernachlässigung
  • Weiterentwicklung und Verbesserung der Hilfestrukturen für betroffene Kinder, Jugendliche und Familien
  • Frühzeitige Identifikation neuer Problemfelder und institutionsübergreifende Entwicklung adäquater Hilfsangebote

Arbeitsformen:

  • Teilnahme an Arbeitskreisen, Fachgremien
  • Mitarbeit an Konzepten, ggf. Publikationen

Links:

     

Clearingstelle Kinderschutz

Ein multiprofessionelles, einzelfallorientiertes Fach- und Beratungsgremium
(SGB VIII §§ 8b / 14)

Hier geht es weiter zur Clearingstelle Kinderschutz...

 

Die folgende Leistung erbringen wir außerhalb des SGB VIII:

Gerichtsgutachten

Sachverständigengutachten für Familiengerichte zu Fragen von Kindeswohlgefährdung, -misshandlung und -vernachlässigung

Auftraggeber:

  • Familienrichter/-innen

Ziele:

  • Vorbereitung gerichtlicher Entscheidungen zu den o.g. Fragen

Arbeitsformen:

  • psychologische Diagnostik
  • entsprechende schriftliche Stellungnahmen und Empfehlungen

Infos

Ansprechpartnerin

Christina Ohletz

Leiterin
Tel: 0251 - 418 54 0
Fax: 0251 - 418 54 26

Adresse:
Melchersstraße 55
48149 Münster

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