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Suchdienst-Beratungsstelle

Welche Aufgaben hat der DRK-Suchdienst?

Suchen. Verbinden. Vereinen. Der DRK-Suchdienst unterstützt Menschen, die durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Nächsten getrennt wurden. Er hilft, Angehörige zu finden, sie wieder miteinander in Kontakt zu bringen und Familien zu vereinen.

Sprechzeiten:

Dienstag: 14:00 - 16:00 Uhr
Mittwoch: 9:00 - 16:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Häufig gestellte Fragen zum DRK-Suchdienst:

Was ist unter „Suche“ zu verstehen?

Suchanfragen von Menschen zu beantworten, die auf ihrer Flucht vor bewaffneten Konflikten nach Deutschland den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben, sind ein Schwerpunkt der Suchdienstarbeit. Hauptherkunftsländer der Suchenden sind derzeit Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea. Auf ihrem Weg nach Europa haben die Suchenden verschiedene Länder passiert, in denen weltweit jeweils die Suchdienste anderer Rotkreuz- /Rothalbmondgesellschaften aktiv sind. Bei der internationalen Suche arbeitet der DRK-Suchdienst mit den Suchdiensten aller Nationalen Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaften und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zusammen (internationales Suchdienst-Netzwerk).

Was ist unter „Verbinden“ zu verstehen?

Wird ein vermisster Angehöriger gefunden, kann der DRK-Suchdienst dabei helfen, den Kontakt zur Familie wiederherzustellen, indem er etwa auf Wunsch der Parteien hin Kontaktdaten vermittelt, Briefe überbringt oder Videotelefonate zwischen der gefundenen Person und ihren Angehörigen ermöglicht. Ziel ist, dass die Angehörigen miteinander Kontakt halten können.

Der DRK-Suchdienst kann auch helfen, wenn Menschen zwar wissen, wo ihre Angehörigen sind, selbst aber keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen können. Dies betrifft z.B. Gefangene oder Internierte, die keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen, z.B. Gefangene in Guantánamo/Kuba oder in Militäreinrichtungen wie Bagram/Afghanistan. Der Suchdienst kann sogenannte „Rotkreuz-Nachrichten“ zwischen den Gefangenen und ihren Familien übermitteln und Telefonate oder VideoTelefonate organisieren.

Was ist unter „Vereinen“ zu verstehen?

Menschen haben ein Recht darauf, mit ihrer Familie zusammen zu sein. Wir bemühen uns daher, dass Gefundene sich – wenn sie es wünschen – wieder mit ihren Familien vereinen können. Da viele Suchende Menschen sind, die auf der Flucht von ihren Familien getrennt wurden, besteht großer Bedarf an Beratungen des DRK-Suchdienstes zum Thema Familienzusammenführung. Wir beraten in allen Fragen des Familiennachzugs nach dem Aufenthaltsgesetz und dem BVFG (Bundesvertriebenengesetz) und unterstützen die Menschen bei der Beantragung von Visa zur Einreise.

Wie läuft die Internationale Suche ab?

Suchende in Deutschland wenden sich an den DRK-Suchdienst. Gemeinsam mit einem Suchdienst-Berater füllt die suchende Person eine Suchanfrage detailliert mit allen relevanten Informationen aus. Diese wird den Suchdiensten anderer Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaften in dem Land/in den Ländern vermittelt, wo die vermisste Person vermutet wird.

Vor Ort nimmt das Rote Kreuz/der Rote Halbmond die Suche auf: Wird die vermisste Person in einer Region vermutet, die von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist, so wird die Suchanfrage an die lokale Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) geschickt, das als neutrale Partei in allen Konfliktregionen der Welt präsent ist. In diesem Fall übernimmt das IKRK die Suche vor Ort.

Die Suchende hat auch die Möglichkeit, ihr Foto auf einer eigenen RotkreuzWebsite zu veröffentlichen, mit der Angabe, dass sie einen Angehörigen sucht. Zu Suchzwecken ist der DRK-Suchdienst berechtigt, auf die Daten der Einwohnermeldeämter und Ausländerbehörden zuzugreifen. Wird die gesuchte Person gefunden, kontaktiert der Suchdienst den Suchenden. Eine Suche kann manchmal innerhalb von Tagen oder Wochen geklärt werden oder auch Jahre dauern.

Was bedeutet Trace the Face?

Trace the Face ist der Name eines weiteren Such-Instruments, das die klassische Suchanfrage ergänzt und seit 2013 genutzt wird, um die Suche zu unterstützen, www.tracetheface.org. Inzwischen sind über 30 Rotkreuz- /Rothalbmondgesellschaften und IKRK-Delegationen daran beteiligt. Ein Großteil der Bilder von Suchenden weltweit stellt der DRK-Suchdienst ein und verzeichnet mit Abstand die höchste Trefferquote.

Infos

Ansprechpartnerin

Stefanie Tegeler

Tel: 0251 - 37 88 84
Fax: 0251 - 37 88 81