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Kreisversammlung: DRK Münster mit neuen Ideen und starkem Engagement

Sechs Personen mit drei Blumensträußen und drei Urkunden

70, 50 und 25 Jahre aktive Mitgliedschaft: Bei seiner diesjährigen Kreisversammlung hat der DRK-Kreisverband Münster Ursula Thewes, Gabriele Westhues und Dominik Pedack für ihr außergewöhnlich langjähriges Engagement geehrt. Ihre Verbundenheit mit dem Roten Kreuz steht beispielhaft für die Menschen, die die Arbeit des DRK in Münster über Jahrzehnte hinweg mitgestalten.

Insgesamt zählt der Kreisverband aktuell 6.410 Fördermitglieder und 380 ehrenamtlich Engagierte. Gemeinsam mit den 290 hauptamtlichen Mitarbeitenden bilden sie die Grundlage für die vielfältigen Aufgaben des DRK in der Stadt.

„Eine so lange Zeit aktiv für andere Menschen da zu sein, ist alles andere als selbstverständlich. Dieses Engagement verdient unseren besonderen Respekt und unsere Anerkennung“, würdigte DRK-Präsident Lothar Grauthoff die drei Geehrten. Ihr Einsatz zeige, wie wichtig Verlässlichkeit, persönliche Verbundenheit und die Bereitschaft sind, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Dass die Gewinnung und Begleitung neuer Ehrenamtlicher ebenso wichtig ist wie die Anerkennung langjähriger Mitgliedschaft, zeigt die Arbeit der Rotkreuzgemeinschaft Münster. Ihr Mentoring-Projekt sorgt dafür, dass neue Ehrenamtliche systematisch in die Gemeinschaft aufgenommen, begleitet und an ihre Aufgaben herangeführt werden. Für diesen Ansatz wurde das Projekt als „Engagement des Monats“ vorgestellt und für den Engagementpreis NRW nominiert.

Auch die fachliche Weiterentwicklung gehört zur ehrenamtlichen Arbeit. In der Rettungshundeeinheit konnte erstmals eine eigene Mantrailing-Prüferin qualifiziert werden. Das ist ein wichtiger Schritt für die Einheit: Die zusätzliche Qualifikation stärkt die fachlichen Kompetenzen vor Ort und ermöglicht es, Prüfungen und Ausbildungsprozesse mit eigener Expertise zu begleiten.

Mehr als 600 neue Fördermitglieder in drei Wochen

Ein besonderer Erfolg des vergangenen Jahres war die Gewinnung neuer Fördermitglieder. Im Rahmen einer dreiwöchigen Werbeaktion im Juni 2026 konnte der DRK-Kreisverband Münster gemeinsam mit einer beauftragten Agentur mehr als 600 neue Fördermitglieder gewinnen.

„Das ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit“, betonte Grauthoff. Aktives ehrenamtliches Engagement und die Unterstützung durch Fördermitglieder seien zwei wichtige Formen der Verbundenheit mit dem Roten Kreuz. Während Ehrenamtliche unmittelbar mit ihrer Zeit und ihren Fähigkeiten helfen, schaffen Fördermitglieder eine wichtige finanzielle Grundlage für die vielfältigen Aufgaben des Kreisverbands.

Bevölkerungsschutz braucht neue Kompetenzen

Auch im Bevölkerungsschutz hat der Kreisverband seine Arbeit weiterentwickelt. Eine Großübung mit rund 90 Einsatzkräften verschiedener Hilfsorganisationen, ein gemeinsamer Amateurfunkkurs zur Erprobung alternativer Kommunikationswege und die Beteiligung am Sanitätswachdienst beim NRW-Tag in Münster zeigen die Bandbreite der Vorsorge und Einsatzarbeit.

Mit dem Projekt StudiPUK (Pflegeunterstützung im Bevölkerungsschutz) wurde im Oktober 2026 zudem ein neuer Ansatz gestartet. Studierende werden zu Pflegeunterstützungskräften qualifiziert, um bei größeren Schadenslagen Menschen zu unterstützen, die auch in einer Notlage auf pflegerische Hilfe angewiesen sind.

Soziale Angebote weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen

Neben dem Bevölkerungsschutz standen auch die sozialen Angebote des Kreisverbands im Mittelpunkt der Jahresbilanz. Mit dem zweiten Standort des Autismus-Therapiezentrums am Essexweg in Gremmendorf wurde das therapeutische Angebot erweitert. Ein zweiter DRK-Kleiderladen an der Hammer Straße ergänzt die Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen. Auch die Migrationsberatung und die Stadtteilarbeit tragen dazu bei, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Münster zu stärken.

Mit der heilpädagogischen Frühförderung nimmt derzeit ein weiteres Angebot des DRK Münster seine Arbeit auf. Es richtet sich an Kinder, deren Entwicklung Unterstützung benötigt, und begleitet zugleich ihre Familien. Die offizielle Eröffnung steht in Kürze bevor. Damit erweitert der Kreisverband seine Angebote im Bereich der frühkindlichen Förderung und Unterstützung von Familien.

Zur Bilanz gehörten allerdings auch schwierige Entscheidungen. So wurde die Kita Wolkenburg aufgrund rückläufiger Kinderzahlen und einer wirtschaftlich nicht mehr tragfähigen Auslastung geschlossen. Vorstand Marcel Jäger machte deutlich, dass soziale Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität zusammengehören: „Das DRK ist eine humanitäre Organisation mit einem klaren sozialen Auftrag. Gleichzeitig müssen wir als Unternehmen wirtschaftlich solide arbeiten, um unsere Angebote dauerhaft sichern und weiterentwickeln zu können“, erläuterte der Vorstand. Wirtschaftlichkeit sei kein Gegensatz zu Menschlichkeit, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür, auch künftig verlässlich helfen zu können.

Die Mitgliederversammlung machte damit deutlich: Das DRK Münster verbindet langjähriges Engagement mit neuen Ideen und entwickelt seine Angebote kontinuierlich weiter. Das Ziel bleibt, für die Menschen in Münster da zu sein – im Katastrophenfall ebenso wie im Alltag.