Genau hier setzt das Projekt „StudiPUK“ an: Studierende werden zu Pflegeunterstützungskräften ausgebildet und können ihre Kenntnisse künftig auch im Bevölkerungsschutz des DRK-Kreisverbands Münster einbringen. Mit einer Auftaktveranstaltung am 14. Oktober 2026 startet das Projekt offiziell beim DRK-Kreisverband Münster. Die Projektleitung übernimmt Melanie Plath.
StudiPUK steht für „Studierende Pflegeunterstützungskräfte“. Das Konzept wurde von der FH Münster und dem DRK-Landesverband Westfalen-Lippe entwickelt und erprobt. Es knüpft an die langjährige Zusammenarbeit der Hochschule mit dem Deutschen Roten Kreuz an und qualifiziert Studierende für klar definierte pflegerische Unterstützungsaufgaben. Dass der Ansatz überzeugt, zeigt auch die bundesweite Anerkennung: Studi-PUK wurde 2025 mit dem ersten Platz des Förderpreises „Helfende Hand“ des Bundesministeriums des Innern in der Kategorie „Unterstützung des Ehrenamtes“ ausgezeichnet.
Zu den Aufgaben der Pflegeunterstützungskräfte gehören beispielsweise die Betreuung und Kommunikation mit Patient*innen, die Unterstützung bei der Grundpflege, das Anreichen von Mahlzeiten sowie die Kontrolle von Vitalzeichen und die Dokumentation. Die Tätigkeiten erfolgen ausschließlich unter Anleitung einer examinierten Pflegefachperson. Die Gabe von Medikamenten und Einsätze in Infektionsbereichen gehören ausdrücklich nicht zum Aufgabenbereich.
Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und der Hochwasserkatastrophe 2021 haben gezeigt, dass die Unterstützung pflegebedürftiger Menschen in Krisenlagen eine besondere Herausforderung darstellt. „Die Versorgung und Betreuung dieser Menschen braucht auch unter außergewöhnlichen Bedingungen besondere Aufmerksamkeit. Mit StudiPUK wollen wir unsere ehrenamtlichen Strukturen gezielt um pflegerische Kompetenzen erweitern“, erklärt Kreisrotkreuzleiterin Johanna Moratz.
Für den DRK-Kreisverband Münster ist insbesondere die Verbindung zum Bevölkerungsschutz von Bedeutung. Ziel ist es, die StudiPUKs dauerhaft in die ehrenamtlichen Strukturen einzubinden und die pflegerische Unterstützung im Bevölkerungsschutz weiterzuentwickeln. Dafür schafft der Kreisverband die notwendigen Rahmenbedingungen. Dazu gehören unter anderem Versicherungsschutz, Alarmierung, Ausstattung und die Anbindung an die Rotkreuz-Gemeinschaften.
Gemeinsam mit der FH Münster sind regelmäßige Fortbildungen und Übungen vorgesehen. So können die StudiPUKs ihre Kenntnisse vertiefen und die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Einsatzbereichen praktisch erproben. Die Erfahrungen aus der Praxis sollen zudem dazu beitragen, die pflegerische Unterstützung im Bevölkerungsschutz weiterzuentwickeln und das Konzept auf andere Kommunen zu übertragen.
„Das Besondere an StudiPUK ist die Verbindung von Ausbildung, Ehrenamt und Bevölkerungsschutz. Die Studierenden können ihre pflegerischen Kompetenzen einsetzen und damit einen Beitrag zur Unterstützung von Menschen in Krisenlagen leisten“, sagt Melanie Plath, Projektleiterin StudiPUK.
Das Projekt knüpft an das historische Konzept der DRK-Schwesternhelferinnen an und überträgt den Gedanken in eine moderne Ausbildungs- und Einsatzstruktur. Ein eigens entwickeltes Rahmencurriculum wurde bereits erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Mit dem Projektstart in Münster wird nun die Grundlage geschaffen, die Pflegeunterstützung nachhaltig in den ehrenamtlichen Strukturen des Bevölkerungsschutzes zu verankern.


