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Rettungshunde

Marion Dahlmann
Ortsverein Nienberge

Vorsitzende
Leiterin Rettungshundestaffel

rettungshundestaffeldrk-muenster.de

Suchen, Retten, Helfen

Die Rettungshundearbeit im Roten Kreuz ist Bestandteil des DRK-Fachdienstes Sanitätsdienst.

Unsere Rettungshundeführer*innen erhalten eine sanitätsdienstliche Ausbildung und nehmen neben der Rettungshundeausbildung am Dienst der DRK-Einsatzeinheiten teil.

Wir sind seit 1999 beim DRK und gehören dem Ortsverein Münster-Nienberge an.

Rettungshundeteams und Einsätze

Unsere Rettungshundestaffel ist mit insgesamt sechs geprüften Teams für Einsätze im Bereich Mantrailing und Flächensuche gut aufgestellt.

Aktuelles

18.10.2021

Wir gratulieren Christiane und Yarok ganz herzlich zur bestandenen Flächenprüfung!

Am 9. Oktober wurde eine Flächensuchprüfung im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe von der DRK-Rettungshundegruppe Münster ausgerichtet. Weiterlesen

04.07.2021

Zwei Teams der Gruppe Münster bestehen Eignungstest

Nach längerer Corona-bedingter Pause fand am 3. und 4. Juli 2021 wieder ein Eignungstest für angehende Rettungshunde beim DRK-Kreisverband Tecklenburger Land in Ibbenbüren statt. Weiterlesen

09.05.2021

Rettungshundegruppe Münster richtet unter Coronabedingungen Mantrailer-Prüfung aus

Nach langer Vorbereitung war es wieder einmal so weit... die Rettungshundegruppe Münster hat bei schönstem Sonnenschein eine Mantrailerprüfung ausgerichtet. Fünf Teams aus dem Landesverband… Weiterlesen

Die Aufgaben

Bei der Flächensuche suchen und finden wir vermisste Personen in unwegsamem und unübersichtlichem Gelände. Beim Mantrailing suchen und finden wir vermisste Personen im Gelände und bebauten Gebieten. Wir retten Personen soweit wie möglich aus dem Gefahrenbereich. Wir führen lebensrettende Sofortmaßnahmen bei verletzten Personen durch. Wir arbeiten mit den erforderlichen Fachdiensten zusammen und unterstützen sie.

  • Flächensuche

    Flächensuche bedeutet die Suche nach vermissten Personen in unübersichtlichem und oft schwer zugänglichem Gelände (häufig Wald). Es werden verwirrte, suizidgefährdete, verirrte oder unter Schock stehende (z.B. nach einem Unfall) Personen gesucht. Unser Ziel ist es, dass der Hund alle im Suchgebiet befindlichen Personen anzeigt. D.h. auch Personen, die sich im Suchgebiet fortbewegen. Woher wissen wir, dass die Person, die sich im Gelände fortbewegt, nicht die vermisste Person ist? Ein "Überlaufen" des Hundes, d.h. der Hund zeigt diese Person nicht an, da er es nicht gelernt hat, halten wir für äußerst fatal.

    In der Regel müssen große Areale weiträumig abgesucht werden. Das macht es notwendig, dass Hund und Hundeführer*in auch weit voneinander entfernt sein können. Ein selbstständiges Suchen des Hundes ist neben seiner Führigkeit auch hier zwingend notwendig.

    Der Hund arbeitet ohne Halsband und Leine. Er trägt eine Kenndecke mit Glöckchen und Blinklicht. So wird der Hund auch auf größere Entfernung noch gehört, bzw. in der Nacht gesehen. Die Distanz zwischen Hund und Hundeführer*in darf aber nicht zu groß sein. Hundeführer*innen müssen in der Lage sein, ihren Hund über Sicht- und Hörzeichen zu lenken. Zudem müssen sie erkennen, welche Abschnitte der Hund bereits abgesucht hat. Die Anzeigearten in der Flächensuche sind Verbellen, Rückverweisen und Bringseln. Unsere Hunde arbeiten als Verbeller oder Rückverweiser.

    Es gibt im wesentlichen vier unterschiedliche Suchsysteme:
    • Wegesuche

      Bei der Wegesuche suchen mehrere Hundeteams die Flächen entlang eines Weges ab. Es wird rechts und links des Weges bis zu 100 Meter tief parallel gesucht. Der Hundeführer befindet sich bei dieser Suchart im Suchgebiet, nicht auf dem Weg.

    • Parzellensuche

      Hier wird das Suchgebiet in mehrere Parzellen aufgeteilt, die von ein bis zwei Hundeteams abgesucht werden. Als Gebietseingrenzung  werden z. B. Bäche, Wege, Straßen, Eisenbahnschienen, Ackerflächen  genutzt.

    • Suchkette

      Bei der Suchkette wird eine bestimmte Fläche systematisch abgesucht. Dabei bilden die Teams eine Kette und bewegen sich alle in gleicher Geschwindigkeit vorwärts. Hierbei gibt das langsamste Team das Tempo an.

    • Hangquersuche

      Bei der Hangquersuche wird auf den Höhenlinien entlang versetzt gesucht. Je nach Gelände beträgt der Höhenabstand ca. 50 Meter, der lineare Abstand zu den Teams beträgt auch je 50 Meter. Die Teams suchen nach oben schräg versetzt.

  • Mantrailing

    Unter Mantrailing versteht man das Verfolgen einer, von der zu suchenden Person hinterlassenen, individuellen Geruchsspur. Der Hund muss hierbei alle anderen Gerüche ignorieren. Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen, so Jack Shuler, besteht der menschliche Körper aus 50 bis 60 Trillionen individuellen Zellen. Diese Zellen sterben ab und werden durch neue Zellen ersetzt. Pro Minute fallen ca. 50 Millionen Zellen vom Körper ab. Die abgestorbenen Zellen werden durch Bakterien zersetzt und geben ein Gas frei. Dieses Gas wird im allgemeinen als Geruchsspur bezeichnet und ist bei jeder Person verschieden und einzigartig. Die in der Luft beweglichen Hautpartikel fallen langsam auf den Boden und formen das Geruchsbild. Die individuelle Schweißbildung der jeweiligen Person ist ebenfalls ein weiterer Faktor, der das Geruchsbild ausmacht. Dieses Geruchsbild wird vom Hund aufgenommen und verfolgt. Wind, Temperatur, Regen und Zeit beeinflussen die Geruchsspur.

    Im Gegensatz zu den Flächensuchhunden erhält der Mantrailer einen Gegenstand, mit dem die zu suchende Person in Berührung gekommen ist. Diese Geruchsartikel können sowohl Kleidungsstücke, Brieftasche, Schlüssel, Flaschen, Autositz, Zigarettenstummel, etc sein.

    Mantrailer werden sowohl in der Stadt als auch in der Fläche eingesetzt.
    Die Anzeigeart kann individuell gehandhabt werden. Möglich sind vor der gefundenen Person zu sitzen, liegen, usw.

Ausbildung und Anforderungen

  • Mensch

    Neben der intensiven Arbeit mit dem Hund kommen für die Hundeführer*innen noch weitere Ausbildungselemente zum Tragen:

    • Ausbildung als Sanitätshelfer*in                    
    • Grundwissen über Hundehaltung und Kynologie
    • Erste Hilfe am Hund
    • Kompass- und Kartenkunde                                                        
    • Einsatztaktik
    • Sprechfunk- Ausbildung
    • Unfallverhütung/Sicherheit im Einsatz
  • Hund
    • Sucharbeit nach vermissten und verschütteten Personen
    • Gehorsam/Führigkeit

    Die Ausbildung dauert ca. zwei bis drei Jahre. Danach muss das Team eine Rettungshundeprüfung ablegen. Voraussetzung zur Teilnahme an der Rettungshundeprüfung ist der Rettungshunde-Eignungstest. Das Mindestzulassungsalter des Hundes für die Prüfung beträgt 16 Monate. Das Zulassungsalter für Hundeführer*innen beträgt mindestens 18 Jahre. Rettungshundeführer*innen müssen aktive Mitglieder im Deutschen Roten Kreuz sein. Um die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten, muss das Rettungshundeteam die Prüfung alle 24 Monate wiederholen.

    Die Prüfung besteht aus den folgenden Einzelprüfungen:

    • Fachfragenprüfung
    • Verweisprüfung
    • Gehorsamsprüfung
    • Gewandtheitsprüfung (nur bei Trümmersuchprüfung)
    • Prüfung der Sucharbeit
  • Anforderungen an Mensch und Hund

    Die Rettungshundearbeit stellt an Mensch und Hund hohe Anforderungen.

    Wir erwarten vom Menschen, dass er...

    • gesundheitlich fit und belastbar ist
    • Teamgeist hat und über Disziplin und Geduld verfügt
    • bereit ist, für diese Arbeit viel Zeit zu investieren
    • eine 2-3jährige ehrenamtliche Ausbildung absolviert
    • aufgrund von weit auseinanderliegenden Trainingsgeländen quer durchs Münsterland verteilt mobil (PKW) ist
    • Spaß an der Arbeit mit dem Hund und mit Menschen hat
    • sich der Aufgabe, Menschenleben zu retten, bewusst ist bzw. wird

     Vom Hund erwarten wir, dass er...

    • gesundheitlich fit ist
    • nicht älter als 2 Jahre ist
    • möglichst mittelgroß und nicht zu schwer ist
    • Nervenstärke, Spiel-& Beutemotivation und soziales Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen mitbringt
    • eine Bindung zu seinem*seiner zukünftigen Rettungshundeführer*in besitzt bzw. aufgebaut hat
    Rettungshundearbeit ist weder Hundesport noch Therapie in roter Einsatzkleidung!

    Wir bieten nach ersten Gesprächen und der Prüfung des Hundes eine Probezeit von 6 Monaten an. In dieser Zeit sehen wir, ob der Hund für die Rettungshundearbeit geeignet ist oder sich soweit entwickeln kann, dass eine Ausbildung zum Rettungshund auch sinnvoll erscheint. Sie haben ebenfalls die Möglichkeit zu prüfen, ob die Rettungshundearbeit für Sie geeignet ist und die Ausbildung Ihren Vorstellungen entspricht.