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Suchdienst

Der DRK-Suchdienst unterstützt Menschen, die durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Nächsten getrennt wurden. Er hilft, Angehörige zu suchen, sie wieder miteinander in Kontakt zu bringen und Familien zu vereinen.

Suchdienst ist seit über 150 Jahren eine Kernaufgabe der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung. An den DRK-Suchdienst-Standorten Hamburg und München sowie deutschlandweit in rund 80 Suchdienst-Beratungsstellen in den DRK-Kreisverbänden werden Betroffene in allen Suchdienstangelegenheiten kompetent beraten und betreut - auch in Münster.

Familien finden: Wir suchen nach vermissten Angehörigen mithilfe des weltweiten Netzwerkes aus 189 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK). Auf der Website TracetheFace.org der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung können Personen ihre Angehörigen mit einem Foto suchen.

Familien verbinden: Rotkreuz-Nachrichten ermöglichen den Kontakt zu Angehörigen auch in Konflikt- und Katastrophengebieten, in Gefängnissen und Lagern für geflüchtete Menschen.

Familien vereinen: Wir unterstützen die Familienzusammenführung durch fundierte Beratung und Begleitung.

Themen, mit denen wir uns beschäftigen:

  • Weltweite Suche nach Angehörigen, die voneinander getrennt wurden aufgrund von
    • Kriegen
    • Katastrophen
    • Flucht und Vertreibung
    • Migration
  • Rotkreuz-Nachrichten
  • Familienzusammenführung nach Aufenthaltsgesetz
  • Visumverfahren

Wir beraten auch zur Familienzusammenführung nach dem Bundesvertriebenengesetz und helfen bei der Suche nach Gefangenen und Vermissten des 2. Weltkrieges.

Sprechzeiten:

Dienstag 10:30 – 12:00 Uhr und nach Vereinbarung
im DRK-Haus, Zumsandestraße 25/27, 48145 Münster (Raum 1.22)

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie hier. Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns gerne!

Was ist unter „Suche“ zu verstehen?

Suchanfragen von Menschen zu beantworten, die auf ihrer Flucht vor bewaffneten Konflikten nach Deutschland den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben, sind ein Schwerpunkt der Suchdienstarbeit. Hauptherkunftsländer der Suchenden sind derzeit Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea. Auf ihrem Weg nach Europa haben die Suchenden verschiedene Länder passiert, in denen weltweit jeweils die Suchdienste anderer Rotkreuz- /Rothalbmondgesellschaften aktiv sind. Bei der internationalen Suche arbeitet der DRK-Suchdienst mit den Suchdiensten aller Nationalen Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaften und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zusammen (internationales Suchdienst-Netzwerk).

  • Außerdem bearbeitet der DRK-Suchdienst weiterhin zahlreiche Anfragen über den Verbleib von Vermissten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Finanzierung dieser einen Aufgabe durch die institutionelle Zuwendung des Bundes endet im Jahr 2023.
  • Der DRK-Suchdienst sucht auch nach Angehörigen, die durch Aussiedlung nach Deutschland von ihren Familien getrennt wurden.
  • Der Fachdienst Suchdienst/KAB der DRK-Bereitschaften übernimmt das so genannte Auskunftswesen bei Katastrophen und Großschadenslagen im Inland und aktiviert seine ehrenamtlichen Kreisauskunftsbüros (KAB), die Fragen zu vermissten Angehörigen beantworten. Die dort tätigen ehrenamtlichen Helfer sammeln Informationen über verletzte, evakuierte und anderweitig betroffene Personen und erteilen Auskünfte über deren Aufenthaltsort an suchende Angehörige.
  • Der DRK-Suchdienst ist außerdem von der Bundesregierung beauftragt, im Falle eines bewaffneten Konflikts mit deutscher Beteiligung ein Amtliches Auskunftsbüro zu errichten, das betroffenen Familien Auskunft über Kriegsgefangene und Zivilinternierte erteilt.

Was ist unter „Verbinden“ zu verstehen?

Wird ein vermisster Angehöriger gefunden, kann der DRK-Suchdienst dabei helfen, den Kontakt zur Familie wiederherzustellen, indem er etwa auf Wunsch der Parteien hin Kontaktdaten vermittelt, Briefe überbringt oder Videotelefonate zwischen der gefundenen Person und ihren Angehörigen ermöglicht. Ziel ist, dass die Angehörigen miteinander Kontakt halten können.

Der DRK-Suchdienst kann auch helfen, wenn Menschen zwar wissen, wo ihre Angehörigen sind, selbst aber keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen können. Dies betrifft z.B. Gefangene oder Internierte, die keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen, z.B. Gefangene in Guantánamo/Kuba oder in Militäreinrichtungen wie Bagram/Afghanistan. Der Suchdienst kann sogenannte „Rotkreuz-Nachrichten“ zwischen den Gefangenen und ihren Familien übermitteln und Telefonate oder VideoTelefonate organisieren.

Was ist unter „Vereinen“ zu verstehen?

Menschen haben ein Recht darauf, mit ihrer Familie zusammen zu sein. Wir bemühen uns daher, dass Gefundene sich – wenn sie es wünschen – wieder mit ihren Familien vereinen können. Da viele Suchende Menschen sind, die auf der Flucht von ihren Familien getrennt wurden, besteht großer Bedarf an Beratungen des DRK-Suchdienstes zum Thema Familienzusammenführung. Wir beraten in allen Fragen des Familiennachzugs nach dem Aufenthaltsgesetz und dem BVFG (Bundesvertriebenengesetz) und unterstützen die Menschen bei der Beantragung von Visa zur Einreise.

Wie läuft die Internationale Suche ab?

Suchende in Deutschland wenden sich an den DRK-Suchdienst. Gemeinsam mit einem Suchdienst-Berater füllt die suchende Person eine Suchanfrage detailliert mit allen relevanten Informationen aus. Diese wird den Suchdiensten anderer Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaften in dem Land/in den Ländern vermittelt, wo die vermisste Person vermutet wird.

Vor Ort nimmt das Rote Kreuz/der Rote Halbmond die Suche auf: Wird die vermisste Person in einer Region vermutet, die von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist, so wird die Suchanfrage an die lokale Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) geschickt, das als neutrale Partei in allen Konfliktregionen der Welt präsent ist. In diesem Fall übernimmt das IKRK die Suche vor Ort.

Die Suchende hat auch die Möglichkeit, ihr Foto auf einer eigenen RotkreuzWebsite zu veröffentlichen, mit der Angabe, dass sie einen Angehörigen sucht. Zu Suchzwecken ist der DRK-Suchdienst berechtigt, auf die Daten der Einwohnermeldeämter und Ausländerbehörden zuzugreifen. Wird die gesuchte Person gefunden, kontaktiert der Suchdienst den Suchenden. Eine Suche kann manchmal innerhalb von Tagen oder Wochen geklärt werden oder auch Jahre dauern.

Was bedeutet Trace the Face?

Trace the Face ist der Name eines weiteren Such-Instruments, das die klassische Suchanfrage ergänzt und seit 2013 genutzt wird, um die Suche zu unterstützen, www.tracetheface.org. Inzwischen sind über 30 Rotkreuz- /Rothalbmondgesellschaften und IKRK-Delegationen daran beteiligt. Ein Großteil der Bilder von Suchenden weltweit stellt der DRK-Suchdienst ein und verzeichnet mit Abstand die höchste Trefferquote.

  • Betroffene, die einen Angehörigen suchen, lassen in einer Suchdienst-Beratungsstelle ihr (eigenes) Foto auf dieser Plattform einstellen, versehen mit einer Angabe, welchen Angehörigen sie suchen. Zu ihrem Schutz werden darüber hinaus keinerlei Angaben, etwa zu Namen und Aufenthaltsort, gemacht. Die Plattform selbst ist online zugänglich und weltweit einsehbar. Zusätzlich werden an geeigneten Plätzen, wie zum Beispiel in den Erstaufnahmeeinrichtungen, auch Trace the Face Plakate mit den Fotos veröffentlicht.
  • Die persönlichen Angaben des Suchenden verbleiben beim Suchdienst für den Fall, dass es eine Rückmeldung an den Suchdienst gibt. In diesem Fall wird die Rückmeldung an den Suchenden weitergeleitet. Wichtig ist dabei, dass der Suchende erst gefragt wird, ob er mit der Person, die sich auf seine Anfrage hin gemeldet hat, auch wirklich in Kontakt treten will. Das klingt umständlich, dient aber dem Schutz der Suchenden.

Infos

Kontakt

Stefanie Tegeler

stefanie.tegeler@drk-muenster.de
Tel: 0251 - 37 88 84
Mobil: 0151 - 179 210 76
Fax: 0251 - 37 88 81

Adresse:
Zumsandestraße 25/27
48145 Münster

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